Evangelisch-Kirchlicher Hilfsverein
 
 
Evangelisch-Kirchlicher Hilfsverein
Hauptverein
Verein alten Rechts seit 1888
 
 

Geschichte des E K H
Der Evangelisch-Kirchliche Hilfsverein - Hauptverein - (E K H) wurde am 28. Mai 1888 als Hauptverein und Ausgangsorganisation für eine Vielzahl von Untergliederungen und Tochterorganisationen mit Sonderaufgaben gegründet. Die Gründung stand in Reaktion auf den Kulturkampfund die Sozialistengesetzgebung. Initiator und Motor dieser damals wie heute modernen Organisationsform war der Prinz, spätere König von Preußen und Kaiser des Deutschen Reiches, Wilhelm II., der seine Frau , Auguste Victoria, mit der Schirmherrschaft über sämtliche Aktivitäten, Zweig- und Ausgründungen beauftragte. Die Durchführung oblag dem Kammerherrn des preußischen Hofes, Freiherr Ernst von Mirbach. Der EKH sollte da helfen, wo säkulare Mittel nicht ausreichten, um dem sozialen und moralischen Elend in den wachsenden Großstädten vor Ort zu begegnen.

Der EKH-Hauptverein hat ohne Unterbrechung seinen Sitz in Potsdam. Er ist von Zwangsauflösung bzw. Integration in andere Organisationen sowohl in der Zeit zwischen 1933-1945 als auch in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und während der DDR verschont geblieben. Er ist also neben der Inneren Mission einer der wenigen Protestantischen Dachorganisationen, die beide Diktaturen überlebt haben.

Der EKH und seine weit verzweigten Tochterorganisationen stellten um die Wende vom 19. um 20. Jahrhundert eine prosperierende protestantische Unternehmung in Preußen und den preußischen Provinzen dar. Seinem Selbstverständnis nach bewirkt der EKH seit der Zeit seiner Gründung Initialzündungen und arbeitet so am Aufbau zukunftsfähiger Strukturen im Bereich des kirchlichen Lebens mit. Allein in Berlin, Potsdam und Umgebung war der EKH bis 1905 an rund 60 Kirchenbauten maßgeblich beteiligt. Insgesamt hat er vor dem Ersten Weltkrieg gemeinsam mit seinen Untergliederungen noch weitere 200 Bauten realisieren können. Das wohl bedeutendste Baudenkmal aus dieser frühen Zeit, das heute symbolhaft für die deutsche und deutsch-deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts steht, ist die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.

Das wichtigste Werk des Evangelisch Kirchlichen Hilfsverein ist neben der Vielzahl von Kirchenbauten, dem Bau von Gemeindezentren und der Durchführung der damit verbunden sozial-diakonischen Aufgaben, die Begründung der Evangelischen Frauenhilfe. Die Evangelische Frauenhilfe, bis 1933 korporationsrechtlich mit dem EKH verbunden, ist auch heute nach vielen Jahren der Trennung zwischen Ost und West mit ihrem Hauptsitz in Hannover als Werk der EKD für das protestantische Leben in Deutschland von Bedeutung.

Der Erste Weltkrieg, die Weimarer Republik, der Zweite Weltkrieg und die Beschlagnahmung einer Vielzahl seiner Gebäude durch die Russischen Streitkräfte (bis 1994) haben empfindlich an der Substanz des EKH genagt. Die politisch bedingte Situation der Kirchen in der DDR engte seine Spielräume zusätzlich ein. Heute jedoch ist der EKH wirtschaftlich konsolidiert und kann seinem satzungsgemäßen Auftrag wieder nachkommen.

Der EKH versteht sich als Impulsgeber für nachhaltige Aufgaben und Projekte, die der interkonfessionellen Verständigung, sowie der Integration von ethnischen, sozialen und kulturellen Gruppen dienen. Heute ist der EKH inmitten einer wachsenden Vielfalt kirchlicher Vereine, Stiftungen und Verbände als Verein alten Rechts eher einer Stiftung vergleichbar. Er kommt seinen satzungsgemäßen Aufgaben mit Preisverleihungen und Förderungen nach.

Anlässlich des 120-jährigen Bestehens des EKH hat der EKH eine Festschrift herausgegeben. Dieses Buch ist nach 1989 der erste Versuch, die Geschichte dieses wichtigen protestantischen Vereines bis in die heutige Zeit nachzuvollziehen und dem Leser unter Einbeziehung von Zeitzeugenberichten anschaulich darzustellen.
Im Dienst der Liebe – 120 Jahre Evangelisch-Kirchlicher Hilfsverein (EKH)
Herausgegeben vom Evangelisch-Kirchlichen Hilfsverein
Verfasst von Gabriele Förder-Hoff
ISBN 3-491-70377-8
10,90 EUR

Das Buch kann bei der Stiftungsbuch- handlung in Potsdam bestellt werden (Tel.: 0331 / 293 400)